Nur 16 Prozent der befragten Betriebe blicken positiv aufs laufende Geschäftsjahr, fast die Hälfte meldet Auftragsrückgänge. Besonders Industrie und Verwaltung kürzen Leistungen. Was die aktuelle Branchenumfrage über Beschäftigung, Kosten und die Erwartungen an die Politik verrät.

Die Stimmung unter den Gebäudereinigern ist so schlecht wie lange nicht. In diesem Frühjahr blicken lediglich 16 Prozent der befragten Unternehmen positiv auf das aktuelle Geschäftsjahr. Im Herbst seien es noch 19,4 Prozent gewesen, teilte der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks mit Blick auf eine aktuelle Umfrage mit. Fast die Hälfte der Unternehmen verzeichne einen spürbaren Rückgang von Kunden beziehungsweise Kundenaufträgen. 65 Prozent der Betriebe berichteten von Leistungskürzungen. Dabei sparten insbesondere Kunden aus Industrie und Verwaltung.
Erwartungen bleiben pessimistisch
Wie die Umfrage unter bundesweit 250 Unternehmen vom 24. März bis zum 10. April 2026 weiter deutlich macht, gehen rund 50 (Herbst: 41,7) Prozent von gleichbleibenden Geschäften aus. 34 Prozent (Herbst: 38,9) blickten mit negativen Erwartungen auf 2026. In Summe sei dies "das pessimistischste Stimmungsbild" seit Beginn der Konjunkturumfrage im Jahr 2019. Zudem lasse die Beschäftigungsdynamik nach. Der Blick auf das kommende Jahr falle ähnlich ernüchternd aus.
41 Prozent der Gebäudereiniger planen Entlassungen
Die eingetrübte wirtschaftliche Lage zeigt sich auch bei der Nachfrage nach Beschäftigten. Es sei eine "deutlich nachlassende Dynamik zu erkennen", heißt es. 29 Prozent der Unternehmen hätten vergangenes Jahr Mitarbeiter betriebsbedingt entlassen müssen. Für 2026/2027 planen dies 41 Prozent. Die Mehrheit der Betriebe suche aber – nicht zuletzt wegen der wachsenden demografischen Personallücke – weiter nach Mitarbeitern.
Viele Betriebe leiden unter hohen Mobilitätskosten
Fast 90 Prozent der befragten Unternehmen geben zudem an, unter den aktuell hohen Mobilitätskosten zu leiden. Entsprechend viele wünschen sich – zumindest eine temporäre – Senkung der Steuern oder Abgaben. Ein Großteil der befragten Unternehmen befürwortet zudem den Kurs der Bundesregierung, die Mineralölkonzerne kartellrechtlich künftig strenger zu regulieren.
Branche fordert zügige Sozialreformen
Insgesamt zeigen sich die befragten Unternehmen nur wenig erfreut über die Arbeit der Bundesregierung. Auf der Zufriedenheitsskala von 1 bis 10 erreichte die schwarz-rote Koalition nur 3,7 Punkte. Nach den Worten von Bundesinnungsmeister Thomas Dietrich kommt es jetzt auf die Reform der Sozialversicherungssysteme an. Von ihrem Gelingen hänge "die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts" und die "Glaubwürdigkeit dieser Bundesregierung" entscheidend ab.